Fitness-Tracking: Hype oder echte Alternative?

Den Nutzerzahlen der beliebten Sport-Activity-Tracker nach zu urteilen, verwenden angeblich über 10 Millionen von Sportlern Fitness-Apps auf Ihren Smartphones. Weitere Tracking-Gadgets wie GPS-Sport-Uhren, Fitness-Armbänder oder bald möglicherweise auch Smartwatches erfreuen sich ebenfalls steigender Beliebtheit.

Nun bleiben jedoch ein paar offene Fragen:

Warum machen eigentlich so viele Menschen Fitness-Tracking?

Diese Frage ist nicht nur psychologisch zu beantworten, sondern einfach auch ganz einfach mit einem sportlichen Hintergrund bemessen.

Aus sportlicher Sicht, geht es wirklich um die Messung der sportlichen Leistung. Wegstrecke, Zeit, Pulsschlag, Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, Kalorienverbrauch, …sind alles Kennzahlen, welche die sportliche Leistung verbessern sollen. Orientiert man sein Training an diesen Werten in dem man regelmäßig Vergleiche mit historischen Werten, Trainingsplänen oder aber auch den Trainingswerten anderer im Netzwerk vergleicht, lassen sich zweifelsohne Trainingserfolge erkennen. Ob mit neumodischen Gadgets oder herkömlichen GPS-Uhren, spielt hier in der Regel keine große Rolle – abhängig von den Anforderungen des Users, bzw. dessen Trainingsplan.

Fitness Tracking Auswertung: Beispiel runtastic PRO

Fitness Tracking Auswertung: Beispiel runtastic PRO

Aus psychologischer Sicht geht es natürlich einerseits um das Anspornen. Erinnerungsmails von runtastic können mich auch schon zum Training anspornen. Aber auch während des Trainings kann die Durchsage von Zwischenzeiten sehr anspornend wirken, oder zumindest die Leistung kontrollieren. Vor allem für Ausdauersportler ein super nützliches Feature. Natürlich lassen sich Zwischenzeiten auch mit einer normalen Stoppuhr messen, das ist klar. Neben dem Anspornen gibt es sicherlich auch den Aufzeichnugseffekt. Alle Tracking-Alternativen übertragen in der Regel die gesammelten Daten des Trainings an eine Plattform, die sich bequem am PC oder dem Tablet auswerten lassen. Routen, Zwischenzeit-Tabellen, Durchschnittswerte lassen sich hier super einsehen und vergleichen, wie schon beschrieben, auch mit anderen vergleichen. Beim Vergleich mit den anderen, sind wir auch schon beim nächsten positiven Effekt des Fitness-Trackings – der Competition. Jeder ambitionierte Sportler liebt es, seine neue Bestzeit auf 10km auf Facebook zu posten und dafür ordentlich Likes aus dem Freundeskreis zu kassieren. Aber auch viele Selten-Sportler finden es offensichtlich ganz cool, ihre 4km-Runde um den See zu veröffentlichen (manchmal fällt den Leuten auch nichts besseres ein, was sie denn auf Facebook posten könnten…). Dies zeigt das neue Mitteilungsbedürfnis der Generation Y. Und genau in diese Kerbe stoßen die neuen Tracking-Gadgets. Messen, Analysieren und Sharen – heisst das Motto.

Welcher Fitness-Tracker ist für mich der Richtige?

Wie sich sicherlich jeder Sportler vorstellen kann, ist diese Frage nicht so leicht zu beantworten. Schliesslich gibt es im groben 6 Bedingungen, welche die Anforderungen an das persönliche Fitness-Tracking letztendlich bestimmen können:

  1. Unterschiedliche Sportarten
  2. Persönliche Vorlieben
  3. Normales Training, Wettkampfvorbereitung oder Wettkampf
  4. Leistungsniveau des Sportlers
  5. Genauigkeit der Messwerte
  6. Budget bzw. Kosten

Wir werden versuchen Euch die Möglichkeit zu geben, sich entsprechend individuell einordnen zu können. Gemäß dieser Einordnung können wir Euch dann eine individuelle Empfehlung zur bestmöglichen Tracking-Alternative geben. Was sind die häufigsten Typen, die ein Tracking ihrer Trainings- bzw. Wettkampfdaten benötigen.

  • Fitness Tracking Profi TriathletDerAusdauer-Profi: Marathonläufer, Triathleten, Mittelstreckenläufer, Radfahrer, Langstreckenschwimmer, …legt besonderen Wert auf die Genauigkeit der Messdaten, einen optimalen Tragekomfort bzw. einfache Usability des Trackers während des Trainings sowie einer langen Akkulaufzeit. Die Kosten spielen hier meist keine Rolle da das Gerät täglich im Einsatz sein wird. Meine Empfehlung: Für den Ausdauer-Profi geht an dem ultimativen Laufcomputer mit Pulsmessung und GPS-Funktion nichts vorbei.
  • Sports Tracking TriathlonDer ambitionierte Ausdauer-Sportler: Marathonläufer, Triathleten, Mittelstreckenläufer, Radfahrer, Langstreckenschwimmer, …legt ebenfalls besonderen Wert auf die Genauigkeit der Messdaten, zusätzlich aber oftmals auch eine detaillierte Auswertung auf dem Computer, einen guten Tragekomfort und ebenfalls einer langen Akkulaufzeit. Kosten können hier eine Rolle spielen, da die High-End-Geräte oftmals schon richtig ins Geld gehen können – für einen Nicht-Profi nicht immer wirtschaftlich. Meine Empfehlung: Für den ambitionierten Ausdauer-Sportler mit einem ordentlich Budget ist natürlich der Laufcomputer mit Pulsmessung und GPS-Funktion zu empfehlen. Aber auch die Sports-Tracking-Apps runtastic, runkeeper, Nike+ etc. tun hier schon normalerweise ihren Dienst, ausgenommen beim Schwimmen, leider.
  • fitness-tracking-hobby-sportlerDer Hobby-Sportler: Ist jemand der verschiedene Sportarten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen, Tennis, Fussball, Klettern, Wandern, … regelmäßig, auch gern 2-3 Mal die Woche, durchführt um sich vom Alltag abzulenken, oder weil es einfach Spaß macht. Auch ein Marathon oder Triathlon ist schon mal drin, wenn andere Freunde auch mitmachen. Hier geht es bei Tracking der Trainingsdaten darum, sich selbst zu motivieren. Genauigkeit der Daten ist wie immer wichtig, aber nicht essentiell. Meine Empfehlung: Für den Hobby-Sportler reichen die Fitness-Tracker-Apps zu 100% aus, besonders beliebt sind die Auswertungen der Trainingsdaten am Computer im Nachgang. Günstigere Laufuhren bzw. Stoppuhren können hier auch immer eine gute Alternative darstellen.
  • Der aktiv-gebliebene Sportler: Hierzu gehören oft auch Sportler der Generation Ü60. Hier wird auch gelaufen, Radgefahren oder gewandert. Und es geht dabei vorwiegend um Zeit und Distanz-Messungen. GPS-Touren können auch zur Navigation sinnvoll sein, bei längeren Wanderungen durch Gebiete wo man eben ortskundig ist. Meine Empfehlung: Eher eine gute Stopp-Uhr oder für lange Wanderungen eben ein GPS-Routen-Computer, der auch die zurückgelegten Strecken etc. aufzeichnet.

Sind die Fitness-Tracker eigentlich genau in Ihrer Messung?

Das ist für die meisten Sportler unabhängig davon, ob Profi oder blutiger Amateur die entscheidende Frage. Ein Tracking-System, das nicht verlässlich genau trackt ist nicht zu gebrauchen. Die Fitness-Armbänder bringen da sicherlich aufgrund ihrer Meßmethode mit Schrittzähler etc. schon per se eine große Ungenauigkeit mit. Alles was eine GPS-Funktion besitzt wie zum Beispiel Smartphones, Laufuhren mit GPS oder auch die allerneuesten Smartwatches ist da natürlich sowohl in der Zeitmessung, als auch in der Strecken- bzw. Distanzmessung schon sehr genau. Haben die Gadgets auch noch einen Pulsmesser mit dabei – oftmals in Form eines Brustgurtes – ist die Messung schon fast komplett und für 95% der Anwendungsfälle ausreichend genau. GPS ist mittlerweile in Deutschland auch ganz gut verfügbar.

Für welche Sportarten eignet sich ein Activity-Tracker?

Die Acitivity eignen sich vorwiegend für Sportarten bei denen es um die Messung von zurückgelegten Distanzen, Zeiten, Steigungen bzw. Gefälle und natürlich der Vergleich mit der Konkurrenz geht. Laufen, Radfahren, Schwimmen, Wandern, Inline-Skating, Nordic Walking, Paragliding, Skifahren, Snowboardfahren, ….

Einschränkungen gibt es natürlich dort, wo es keinen 100%-igen GPS-Empfang gibt. Wie beispielsweise im Hochgebirge oftmals oder schlicht und ergreifend in der Schwimmhalle.  Welcher Acitivity-Tracker dann wirklich für Euch der richtige ist, hängt natürlich neben eurer persönlichen Preferenz vor allem auch von Eurer Sportart ab. Ein Tracking-Armband kann man sicherlich fast bei jeder Sportart tragen, das Smartphone mit Tracking-App hingegen beim Schwimmen schon mal nicht. Die Time-Tracking-Watch mit GPS-Funktion hingegen gilt unter normalen Umständen heute auch schon als unverwüstlich und permanent einsetzbar.

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